Historie

Der Wandel und die Suche nach neuen Wegen - iF in den 70ern

Die 70er Jahre waren ein schwieriges Jahrzehnt - sowohl für iF als auch für die Deutsche Messe AG. Letztere musste hinnehmen oder konzeptbedingt sogar initiieren, dass wichtige Branchen abwanderten: wie die Baumaschinen oder der gesamte Konsumgüterbereich. Da die Teilnahme an der "Guten Industrieform" aber an die Aussteller der Hannover-Messen gebunden war, bedeutete dies für iF eine herbe Einschränkung bei der Produktauswahl. Dies schlug sich auch finanziell negativ nieder. Ohne Übertreibung kann man sagen, dass iF in den 70ern ein wenig "dümpelte".

Aber iF versuchte, gegenzusteuern: indem zusätzlich zur jährlichen iF Ausstellung die neuen "Trend-Ausstellungen" durchgeführt wurden, die besonders erfolgreiche Produkte zeigten. Neue iF Wettbewerbsteilnehmer aus anderen Bereichen kamen wiederum aus der immer stärker werdenden Branche der Bürotechnik, der Interhospital für die Medizintechnik und der Constructa für die Baubranche. Aber nach wie vor war es mühevolle Pionierarbeit, die Industrie vom Wert des "guten Designs" zu überzeugen.
Dennoch, es gab positive Signale: Die Ausstellungen der 70er kamen nicht mehr so museal daher und setzten stärker auf lebendige, farbenfrohe Inszenierungen. Überhaupt hatten Farbe und Dekor auch bei Produkten in den 70ern mehr und mehr die Chance, neben dem Grau und Weiß der "Guten Form" zu bestehen. Die Deutsche Messe AG stützte iF, so gut sie konnte: zum Beispiel ideell, indem seit 1975 jeweils Messevorstände den Vorsitz des Vereins übernahmen; der erste war German A. Voment.


Bilder auf der linken Seite von oben nach unten:

Bild 1:
Transporter, Hersteller: Daimler-Benz AG, Design: Daimler-Benz-Werkdesign

Bild 2:
'Panton-Chair', Hersteller: Fehlbaum GmbH, Designer: Verner Panton

Bild 3:
Utopische Wohnformen: Prototyp für eine Kugelküche von Luigi Colani für Poggenpohl